Die Ernte des Bösen

Der neueste Fall für CORMORAN STRIKE & ROBIN ELLACOTT

Das cleverste Ermittlerduo der britischen Kriminalliteratur ist zurück.

Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist.

»Eine unfassbar clevere Geschichte.«
The Guardian

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»Die Ernte des Bösen«

Leseprobe

2011

THIS AIN’T THE SUMMER OF LOVE


Es war ihm nicht gelungen, ihr Blut vollständig zu entfernen. Unter dem Nagel seines linken Mittelfingers zeichnete sich eine dunkle, sichelförmige Linie ab. Er würde sie herausschaben müssen, obwohl ihm der Anblick eigentlich ganz gut gefiel: eine Erinnerung an die Freuden des vergangenen Tages. Nachdem er eine Minute lang vergeblich an dem blutigen Nagel herumgekratzt hatte, steckte er den Finger in den Mund und lutschte daran. Der metallische Geschmack erinnerte ihn an den Geruch der Fontäne, die auf den Fliesenboden und über die Wände gespritzt war, seine Jeans durchnässt und die pfirsichfarbenen, flauschigen, sorgfältig zusammengefalteten Handtücher in blutgetränkte Lumpen verwandelt hatte.

An diesem Morgen erschienen ihm die Farben kräftiger und die Welt ein angenehmerer Ort als sonst. Er war heiter und gelassen. Als hätte er sie absorbiert, ihr Leben in sich aufgesaugt. Wenn man tötete, nahm man komplett Besitz von seinen Opfern. Dann stellte sich eine Verbundenheit ein, die selbst durch Sex nicht zu erreichen war. Der Anblick im Moment ihres Todes war von einer Intimität, die zwei lebendige Körper auf anderem Wege nie erfuhren.

Eine gewisse Erregung erfasste ihn, als er sich wieder in Erinnerung rief, dass niemand ahnte, was er getan hatte oder was er als Nächstes plante. Glücklich und in aller Seelenruhe saugte er an seinem Mittelfinger, lehnte sich gegen die von der schwachen Aprilsonne warme Mauer und betrachtete das Haus gegenüber.

Das nicht besonders ansprechend aussah. Gewöhnlich. Zugegeben, dort ließ es sich garantiert besser leben als in der kleinen Wohnung, wo die blutige Kleidung von gestern in schwarzen Müllsäcken darauf wartete, verbrannt zu werden. Wo er seine Messer – mit Bleiche gesäubert und auf Hochglanz poliert – hinter dem Abflussrohr der Küchenspüle versteckt hatte.

Um den kleinen Vorgarten des Hauses verlief ein schwarzer Zaun. Der Rasen musste dringend gemäht werden. Die beiden schmalen, direkt nebeneinanderliegenden Eingangstüren ließen darauf schließen, dass das dreistöckige Gebäude inzwischen als Mietshaus für mehrere Parteien diente. Im Erdgeschoss wohnte eine Frau namens Robin Ellacott. Obwohl er enorme Anstrengungen unternommen hatte, um ihren Namen in Erfahrung zu bringen, nannte er sie insgeheim immer noch „die Sekretärin“. Gerade war sie am Erkerfenster vorübergegangen. Er hatte sie deutlich an ihrem blonden Haar erkannt. Die Sekretärin zu beobachten war eine nette Zugabe, ein vergnüglicher Bonus. Er hatte ein paar Stunden zur freien Verfügung gehabt und beschlossen, herzufahren und sie zu observieren. Zwischen seiner gestrigen Großtat und der morgigen, zwischen der Befriedigung über das Geleistete und der Vorfreude auf das Kommende war der heutige Tag der Ruhe gewidmet.

Plötzlich öffnete sich die rechte Eingangstür. Die Sekretärin verließ in Begleitung eines Mannes das Haus.

Mit dem Rücken an der warmen Mauer starrte er quer über die Straße zu ihnen hinüber. Er hatte den Kopf zur Seite gedreht, damit es so aussah, als würde er auf einen Bekannten warten. Keiner der beiden würdigte ihn auch nur eines Blickes. Seite an Seite gingen sie die Straße hinauf. Er ließ ihnen eine Minute Vorsprung, dann folgte er ihnen.

Sie trug Jeans, eine leichte Jacke und Stiefel mit flachen Absätzen. Im Sonnenlicht schimmerte ihr Haar rötlich. Das Pärchen machte einen seltsam reservierten Eindruck. Sie wechselten kein Wort.

Andere Menschen zu durchschauen fiel ihm leicht. So wie er auch das Mädchen, das gestern zwischen den blutdurchtränkten Pfirsichhandtüchern gestorben war, durchschaut und verführt hatte.


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Einsendeschluss war der 31.03.2016. Die glücklichen Gewinner werden direkt benachrichtigt!

Robert Galbraith

Robert Galbraiths Cormoran-Strike-Reihe ist brillante zeitgenössische Kriminalliteratur, meisterhaft erzählt und reich an Details, Handlung und bestechender Figurenzeichnung. Galbraiths Krimidebüt Der Ruf des Kuckucks wurde von Kritikern und Krimifans begeistert aufgenommen und erklomm, ebenso wie der zweite Roman Der Seidenspinner, die Spitzenplätze der Bestsellerlisten.

Die Cormoran-Strike-Romane werden aktuell für BBC One als große TV-Serie verfilmt, produziert von Brontë Film and Television.

Robert Galbraith ist das Pseudonym von J.K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans Ein plötzlicher Todesfall.

Weitere Bücher der Cormoran-Strike-Reihe